Den größten Teil der uns bekannten Architektur kennen wir nur von fotografischen Abbildungen.
Selbst Redakteure und Autoren renommierter Fachzeitschriften haben oft das dokumentierte Projekt nicht selber gesehen. Die Folge ist ein internationaler Bilderbogen der fotogensten und
aufsehenerregendsten Gebäude und Trends der Branche. Fotographien sind zwar informativ - aber dadurch, dass sie öfter im Computer bearbeitet werden, sehr manipulativ. Allzu häufig scheint die fotografische Dokumentation sogar interessanter und komplexer als das Objekt selbst. Diese Entwicklung der Architekturzeitschriften zu Hochglanzbroschüren hängt ebenso mit dem Bedürfnis der Architekten nach Marketing und Prestige, wie auch von den ökonomischen Zwängen der Herausgeber ab; schöne Bilder verkaufen sich besser als kritische Reportagen und machen somit die Zeitschrift attraktiver für Anzeigenkunden, die wiederum den Farbdruck erschwinglich machen. Es geht hier darum, sich mit dem komplexen Phänomen der Architekturfoto- grafie auseinder- zusetzen. Aus diesem Grund hat der Verein „Iranian Architects of Europe“ sich entschieden, dieses Jahr eine Reihe von Wettbewerben über Architekturfotografie auszuschreiben.
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